Rezension Böses Herz, Ich kauf nix, Tief durchatmen, ... u.a.

20. Dezember 2014


Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2013
Verlag: Blanvalet
512 Seiten
19,99€

Der Klappentext sagt: Als ihre vierjährige Tochter Emily ihr sagt, dass ein kranker Mann in ihrem Vorgarten liegt, eilt Honor Gilette aus dem Haus, um dem Fremden zu helfen. Sie ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich damit bringt: Der "kranke" Mann ist Lee Coburn - der in der vergangenen Nacht sieben Menschen kaltblütig erschossen haben soll. Coburn, verletzt und auf der Flucht, nimmt Honor und ihre Tochter als Geiseln.
Er verspricht, ihnen nichts zu tun, wenn Honor ihm gibt, was er verlangt...
Schnell wird klar, dass Coborn nicht zufällig in Honors Garten gelandet ist. Denn er fordert einen Gegenstand, der sich im Besitz von Honors verstorbenem Ehemann Eddie befunden haben soll. Honor hat keine Ahnung, worum es sich dabei handeln könnte. Doch als Coburn behauptet, dass Eddies Tod kein Unfall war, und vor ihren Augen einen Polizisten erschießt, weiß Honor, dass sie alles tun muss, um diesen Gegenstand zu finden, wenn sie sich und ihre Tochter schützen will...

Meine Meinung:
Das Buch beginnt sofort mitten in der Geschichte, ohne weiteres Vorspiel ist man gleich im Geschehen: Coburn liegt verletzt im Garten von Honor Gilette. Ab da geht es eigentlich schon los, man ist ganz schnell "drin". Sandra Brown gelingt es auf leichte Art einem die handelnden Personen nahe zu bringen. Oft fällt es mir schwer, mir Namen zu merken oder diese Namen den personen zuordnen zu können. Dies war hier überhaupt nicht der Fall, man lernt die Menschen richtig gut kennen, Sandra Brown hat die Charaktere, auch die Nebendarsteller, gut gezeichnet.
Der Handlungsverlauf fließt, absolut thriller-untypisch, eher langsam und ruhig vor sich hin, Momente, in denen einem der Atem stockt, sucht man eigentlich vergeblich.
Trotzdem lässt einen die Geschichte nicht los, v.a. weil man ziemlich lange nicht wirklich weiß, worum es geht.
Nebenbei flicht Sandra Brown noch eine erotische Liebesgeschichte zwischen Honor und Lee mit ein, die mich anfangs doch irritierte, im weiteren Verlauf aber gefesselt hat. Die Szenen sind teilweise sehr anschaulich!
Die Auflösung geschieht zum Ende schnell und unvermittelt.  Der ominöse Bookkeeper hätte letztendlich jede andere Person auch sein können, mir fällt keine Stelle im Buch ein, die wirklich einen Hinweis auf DIESE Person gegeben hätte.

Mich hat dieses Buch 4 Tage lang wirklich gut unterhalten, daher empfehle ich es gerne weiter.
  Hier geht es zur Leseprobe


14. Dezember 2013


Erscheinungsdatum:27. November 2013
Verlag: KiWi-Taschenbuch
272 Seiten
8,99€

Hilfe! 34 Röcke und nichts zum Anziehen?
Ein humorvolles Plädoyer für ein bewussteres Shoppen.

Als ich auf der Seite www.lovelybooks.de die Ausschreibung für die Leserunde zu diesem Buch sah, war ich gleich vollkommen gepackt: DAS IST MEIN THEMA!!! Immer wieder Ärger mit dem Partner, weil die Klamottenberge überall im Schlafzimmer und im Ankleidezimmer rumliegen - regelmäßig trotzdem neue, volle Einkaufstüten vom "Textilschweden". Also, her mit dem Buch.
Da es mit dem Buchgewinn bei lovelybooks nicht klappte, habe ich es mir selbst gekauft, was ja eigentlich dem Titel widerspricht...
In Tagebuchform führt die wienerische Autorin Nunu Kaller durch ihr Jahr ohne Kleidershopping. Kurze Kapitel machen wirklich Spaß.
Vor allem zu Beginn habe ich mich so oft selbst erkannt, ganz speziell die Stelle mit den schwarz-weiß gestreiften Oberteilen vom Textilschweden habe ich GENAU SO erlebt...
Humorvoll berichtet sie von den unterschiedlichen Versuchungen, von Ersatzhandlungen, vom (sehr seltenen) Beugen ihrer selbstauferlegten Regeln.
Doch auch kritische Themen greift das Buch auf, berichtet von den unsäglichen Zuständen der Näherinnen in Bangladesh, von der Ausbeute der Baumwollbauern, u.v.m.
Wenn man nur ein klein bisschen eine Ader für diese Thematiken hat, wird einem automatisch die Freude an weiteren Shopping-Exzessen vergällt.
Und das gelingt Nunu Kaller eigentlich ganz ohne moralischen Zeigefinger, den hat sie auch gar nicht nötig, sie berichtet halt einfach von ihren eigenen Recherchen und Erfahrungen.

Was ich etwas vermisst habe ist eine Link-Liste im Anhang des Buches mit Verweisen auf Hersteller nachhaltiger Kleidung. Aber man kann sich natürlich selbst im Internet umsehen.

Eine Leseempfehlung kann ich aber nur für Leute aussprechen, die sich schon für die Thematik interessieren.

08. Dezember 2013


Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2013
Verlag: Piper
224 Seiten
17,99€

In diesem Buch geht es um Gisela Bundschuh, Ende 40, seit 27 Jahre verheiratet mit Gerald und Mutter von drei Kindern. Der Roman spielt zur Weihnachtszeit. Die gesammelte Famile, bestehend aus ihrem Bruder mit Frau, ihren Eltern und ihrer Schwiegermutter fällt pünktlich zum Heiligen Abend im Hause Bundschuh ein. Nachdem im Vorfeld schon einiges bei den Vorbereitungen schief lief, spitzt sich die Lage immer mehr zu, je weiter die Zeit voran schreitet.

Anfangs war ich nur begeistert von dem Buch, die ersten 12 Kapitel musste ich ganz oft aus vollem Halse lachen. Andrea Sawatzki schreibt locker und leicht, die Seiten fliegen nur so dahin. Doch mit der Zeit wandelt sich das Buch von Komödie immer mehr zur Tragödie, v.a. das Verhältnis der beiden Eheleute hat mich richtig traurig gemacht, so viel Gleichgütigkeit, Genervt-Vom-Anderen-Sein, etc.

Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deswegen habe ich das Buch furchtbar gerne gelesen.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung dafür und 5 Punkte.

 03. Dezember 2013

Ich will vergelten von Mari Hannah
Erscheinungsdatum: 19.08.2013
Verlag: Goldmann
448 Seiten
8,99€

Dieses Buch ist das zweite Buch der Autorin über die Ermittlerin Kate Daniels. Trotzdem kann man "Ich will vergelten" unabhängig vom ersten Band lesen.
Es geht um das Verschwinden der Studentin Jessica Finch und dem Mord an einer weitern Studentin. Natürlich hängen die beiden Fälle zusammen.
Dadurch, dass das Buch in kurze Kapitel unterteilt ist, habe ich es doch geschafft, bis zum Ende zu lesen. Ich tat mich sehr schwer, in die Geschichte hinein zu finden, auch die Personen blieben mir seltsam fremd. Für mein Empfinden wurde auch mein Lesefluss immer wieder gestört, da die Autorin zu oft Nebensächlichkeiten, unwichtige Nebensächlichkeiten viel zu genau beschrieb. Das kann natürlich dazu beitragen, die Geschichte auszuschmücken oder den Leser noch mehr in das Geschehen hineinzuziehen. Dies ist hier aber nicht gelungen.
Ich kann für dieses Buch keine Leseempfehlung aussprechen.


Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joel Dicker
Erscheinungsdatum: 13.08.2013
Verlag: Piper
736 Seiten
22,99€

"Ein gutes Buch lässt sich nicht allein an seinen letzten Worten bemessen, sondern an der Gesamtwirkung aller vorausgegangenen Worte, Marcus. Ungefähr eine halbe Sekunde nachdem der Leser mit Ihrem Buch fertig ist, nachdem er das letzte Wort gelesen hat, muss er spüren, wie ihn ein starkes Gefühl überkommt. Er muss einen Moment lang an nichts anderes denken als an das, was er gerade gelesen hat, und den Einband mit einem Lächeln, aber auch mit einer Spur von Traurigkeit betrachten, weil ihm alle Figuren fehlen werden. Ein gutes Buch, Marcus, ist ein Buch, bei dem man bedauert, dass man es ausgelesen hat."
Zitat von Harry Quebert
Besser als der wunderbare Autor, Joel Dicker, kann man dieses fantastische Buch gar nicht beschreiben. Ich bin immer noch völlig begeistert, bin in Gedanken immer noch in dem Ort Aurora, in dem der Großteil der Geschichte spielt.
Joel Dicker versteht es wie kaum ein anderer, den Leser zu fesseln und in sein Buch richtiggehen hinein zu ziehen. Man liebt und leidet mit den Hauptprotagonisten und man schüttelt immer wieder fassungslos den Kopf ob der vielen Wendungen, die die Geschichte nimmt. Bis zum Schluss ist es unmöglich zu erraten, wie sich alles wohl auflösen wird.
Selten war ich so begeistert von einem Buch, wenn ich könnte, würde ich 1000 Sterne geben!!!


Tanz auf Glas von Ka Hancock
Erscheinungsdatum: 02.09.2013
Verlag: Knaur HC
528 Seiten
19,99€

Vielleicht hätten sich Lucy und Mickey nie ineinander verlieben dürfen. Und erst recht nicht heiraten. Denn beide haben eim schweres Schicksal zu tragen. Doch die Liebe geht ihre eigenen Wege und so führen die beiden eine ungewöhnliche, aber glückliche Ehe... Aber immer ist es ein Tanz auf Glasscherben...
Den folgenden Satz habe ich mir schon während des Lesens aufgeschrieben, um ihn bei meiner Rezension zu verwenden, da er mich so beeindruckt hat:
"Aber mit Mickey werden Sie manchmal auf Glasscherben tanzen. Das wird weh tun. Und entweder fliehen Sie vor diesem Schmerz oder Sie halten sich noch besser fest und tanzen weiter, bis Sie wieder Parkett unter den Füßen haben."
Selten hat mich ein Buch und eine Liebesgeschichte so berührt wie die Geschichte von Lucy und Mickey. Ka Hancock hat mit ihrem Debutroman ein Buch geschrieben, das von einer kaum vorstellbaren Liebe erzählt, so tief und fest und unerschütterlich, trotz oder gerade wegen allen Widrigkeiten. Sie erzählt anrührend und fesselnd ohne jemals kitschig zu werden - ich war sehr angetan von ihren Formulierungen.
Es gibt nicht viele Bücher, bei denen ich weinen musste, dies gehört dazu.
Von mir gibt es für "Tanz auf Glas" eine absolute Leseempfehlung.

Viereinhalb Wochen: Die Geschichte von unserem kleinen Julius von Constanze Bogh
Erscheinungsdatum: 03.09.2012
Verlag: Pattloch
248 Seiten
19,99€
 
Vorweg: Dieses Buch sollte nicht von Schwangeren oder frischgebackenen Müttern gelesen werden.
Es geht um eine Frau, die in der Schwangerschaft mit ihrem Wunschbaby erfährt, dass ihr Kind an einer unheilbaren Krankheit ohne Überlebenschancen leidet.
Viereinhalb Wochen benötigt die Frau, Constanze, mit ihrem Mann, die Entscheidung zu fällen.
Und diese viereinhalb Wochen haben mich bewegt, berührt, mitleiden lassen... Ich bin dankbar, dass die beiden den Mut gefunden haben, ihre Geschichte zu veröffentlichen und so auch mich daran teilhaben ließen.

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