Rezension Vintage Love - Stephanie Lehmann


Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2013
Verlag: Heyne
544 Seiten
9,99€

 Inhalt: Das Buch handelt von zwei Frauen, wobei die eigentliche Hauptdarstellerin die schon verstorbene Olive ist. Amanda betreibt in New York einen kleinen Laden mit Vintagemode, und bei einem Ankauf von alter Kleidung findet sie in einem Muff versteckt das Tagebuch von Olive, das sie 1908 geschrieben hat. In zwei Erzählebenen wird vom Leben der beiden Frauen berichtet.
Olive hat es im New York der damaligen Zeit nicht leicht, Emanzipation ist ein Fremdwort, Frauen hatten kaum Rechte. Nachdem ihr Vater verstirbt muss sie aus dem Hotel ausziehen, in dem sie lebten, da an alleinstehende Frauen nicht vermietet wird. So macht sie sich auf die Suche nach Unterkunft und Arbeit, denn dank des Börsencrashes hinterließ ihr Vater auch keinerlei Vermögen.
Amanda hingegen ist eine Frau, die mitten im Leben steht. Sie hat eine langjährige Affaire mit ihrem alten Jugendfreund und hört so langsam ihre biologische Uhr immer lauter ticken... Sie weiß, dass eine Entscheidung fallen muss...

Meine Meinung:
Das Buch zieht einen ganz langsam in seinen Bann. Ich tat mich anfangs wirklich schwer, bis es mich nach den ersten Kapiteln wirklich gepackt hat. Ich dachte ja, dass Olives Geschichte nur anhand des Tagebuches erzählt wird, dabei wird ihr Leben völlig eigenständig berichtet. Einem Amanda-Kapitel folgt immer ein Olive-Kapitel und umgekehrt.
Und vor allem von Olives Leben war ich völlig gefesselt. Ihr Leben im New York vor 100 Jahren ist einfach so faszinierend zu lesen. Stephanie Lehmann beschreibt auch die Gebäude und Lokale so anschaulich, dass man meint, direkt dort zu sein.
Wie schwer war es doch für die Frauen damals in einer derart patriarchalischen Gesellschaft zu existieren:
Auszug aus dem Tagebuch von Olive vom 30.Mai 1908:
Wer bestimmt eigentlich, wie Männer und Frauen sich zu verhalten haben? Gott? Die Ungerechtigkeiten sind so vielfältig: Männern ist es gestattet, im Restaurant zu rauchen oder sich ein Hotelzimmer zu mieten, ohne dass jemand ihre Moral in Zweifel zieht. ...
Ich glaube, Gott ist es egal, wer in einem Restaurant raucht. Aber den Männern nicht. ...
Und wieso sollte ich mich an Regeln halten, die denen nützen, die sie machen, und mich benachteiligen? ...            

Fazit:
Wer einmal ein ruhiges, unaufgeregtes, wunderbares Buch lesen will, vielleicht als Gegensatz zum letzten Thriller, der findet hier genau das: Ein wunderbares Buch mit vor allem einer wunderbaren Frau.
Absolute Leseempfehlung von mir und natürlich 5 Sterne!

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Kommentare:

  1. Das Buch klingt richtig gut und kommt gleich auf meine Wunschliste. Ich finde den Titel und auch das Cover sehr ansprechend. Schöne Rezi! :)

    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Danke, Sandra :)
      Es war wirklich sooo schön zu lesen, ich würde gerne für ein paar Tage ins New York von 1908 reisen... Und natürlich erst recht ins New York von 2014!!! :D

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