Rezension Die Schuld einer Mutter




Erscheinungsdatum: 10. März 2014
Verlag: Manhattan
352 Seiten
19,99€

Was gibt es Schlimmeres für eine Mutter, als wenn ihr Kind verschwindet? Wenn das Kind einer Freundin mit ihrer Schuld verschwindet...
Dies passiert Lisa Kallisto, Mutter von drei Kindern. Die Freundin ihrer ältesten Tochter Sally, Lucinda, verschwindet in der Zeit, in der sie eigentlich bei den Kallistos übernachten sollte. Weil Lisa zwischen ihrer Arbeit im Tierheim und ihrer Familie nahezu aufgerieben wird, versäumt sie es, ihrer Freundin Kate zu erzählen, dass Lucinda nicht bei ihnen ist...
Vor Kurzem verschwand schon ein Mädchen, das einen Tag später wieder aufgetaucht ist, vergewaltigt und verstört...

Paula Daly erzählt diese Geschichte völlig unangestrengt, die Seiten fliegen nur so dahin, obwohl es eigentlich kein "Atem raubender" Thriller ist. Der Thrill entwickelt sich vor allem in der Vorstellung, was in den einzelnen Personen vorgehen muss.
Die Kapitel sind verhältnismäßig kurz und einerseits aus der Sicht von Lisa Kallisto geschrieben, andererseits aus der Sicht der Ermittlerin Joanne Aspinall. Dazwischen finden sich immer wieder Einschübe, die die Sicht des Täters erzählen.
Lisas Kapitel sind in der Ich-Form geschrieben, manchmal wird der Leser direkt angesprochen; das fand ich irgendwie unpassend, zu flapsig.
Noch störend fand ich die Probleme, die Joanne mit ihrer großen Oberweite hat - sie erwägt eine Brustreduktion und dies wird immer wieder mal thematisiert. Ich wartete immer darauf, dass diese Geschichte irgendeine Bedeutung für die Handlung bekommt, was nicht der Fall war. Evtl. wollte die Autorin die Person damit dem Leser näher bringen, was aber bei mir nicht wirklich glückte. Es war einfach nur überflüssig.
Die Auflösung, die nach einigen Wendungen und Überraschungen kommt, war wieder einem nur so lala, allerdings geht es mir bei den allermeisten Thrillers so. Ich erwarte immer Wunder was für eine Überraschung, weiß allerdings selber NIE, wie es besser sein hätte können, und bin dann doch immer leicht enttäscht.

Dennoch war "Die Schuld einer Mutter" endlich  mal wieder ein Buch, das ich in einem Rutsch durchlesen konnte und wollte, zwei Tage habe ich nur gebraucht dafür! Die negativen Punkte, die ich aufgeführt habe, fallen gesamt gesehen nur wenig ins Gewicht.
Ich bin selbst Mutter von drei Kindern und konnte sowohl mit Lisa mitfühlen und ihrer Schuld, die sie gegenüber ihrer Freundin Kate empfindet - und gleichzeitig litt ich mit Kate...

Besonders berührt hat  mich die Anmerkung von Paula Daly zum Ende des Buches:
"Auch ich war eine Zeitlang völlig überfordert damit gewesen, Kindererziehung und Vollzeitarbeit unter einen Hut zu bekommen. So überfordert, dass auch ich den einen Menschen aus dem Blick hätte verlieren können, der meine Liebe und meinen Schutz am meisten brauchte."

4,5 Punkte - jede Thriller-begeisterte Mutter MUSS das Buch lesen ;-)

Leseprobe

Kommentare:

  1. Schöne Rezi. :) Ich bin thrillerbegeistert, also sehe ich das mal als Anforderung es mir auf die WuLi zu setzen. :)

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