Weihnachtsbuch #1: Kebabweihnacht

Mein erstes Weihnachstbuch in diesem Dezember war "Kebabweihnacht" von Lale Akgün. Das Buch erschien 2011 im Aufbau-Verlag, wird aber nicht mehr aufgelegt.

 Umut ist anders als andere türkische Jungs, er ist sanft, verträumt – und Weihnachtsjunkie. Sehr zum Ärger seines Vaters, der seit Jahren regelmäßig die Moschee besucht. Dort hört er immer wieder, man solle sich von sündhaften christlichen Festen fernhalten. Früher, in den ersten Jahren ihrer Ehe, hat seine Frau noch einen Plastikbaum aufgestellt – so wie sie es aus der Türkei gewohnt war. Doch diese Unsitte hat ihr Mann inzwischen abgeschafft. Es darf nichts Weihnachtliches mehr in die Wohnung. Bei den Nachbarn findet Umut das, was ihm zu Hause verwehrt ist: Plätzchenbacken, Kerzenduft, Weihnachtsmarktbesuche, Tannenbaumglanz. Als ihn sein Vater in flagranti überrascht, kommt es zum Eklat. Ein muslimisches Weihnachtswunder tut not.

Mein Fazit: Ein kleines, nettes Buch, nur 109 Seiten kurz, das sich schnell an einem Nachmittag weglesen lässt. Als Einstimmung in die Adventszeit gut geeignet, aber bestimmt kein Höhepunkt der Weihnachtsliteratur.
Dieser Abschnitt allerdings hat mich besonders berührt:

""Weißt du, Weihnachten ist für alle da, jedenfalls denke ich das. Wenn Weihnachten ist, habe ich das Gefühl dazuzugehören, ich bin dann nicht mehr allein. Es kann auch nichts Falsches dabei sein, denke ich, das Fest zu feiern. Ich meine, ich nehme ja den muslimischen Festen nichts weg, wenn ich dieses christliche mitfeiere. Die meiste Zeit denke ich ja auch gar nicht daran, dass das ein christliches Fest ist. Ich denke nur, dass es schön ist, wenn alle zusammen Lieder singen oder sich Geschenke machen. Und am schönsten ist es, gemeinsam weihnachtlich zu fühlen."

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