Lesetipp Der Fotograf von Auschwitz

Erscheinungsdatum: 27. Oktober 2014
Verlag: Blessing
336 Seiten
19,99€

Fast alle bekannten Auschwitz-Fotos stammen von Wilhelm Brasse. Wer ist dieser Mann, der für die Lagerleitung das Grauen fotografieren musste?

1940 wird Wilhelm Brasse, Sohn eines Österreichers und einer Polin, nach Auschwitz deportiert. In drei Monaten wird er tot sein, sagt man ihm. Als die Lagerleitung hört, dass er eine Ausbildung als Fotograf absolviert hat, lässt sie ihn im sogenannten Erkennungsdienst in Block 26 arbeiten. Angebote, sich der Wehrmacht anzuschließen, weist er zurück. In den nächsten Jahren muss er etwa 50.000 Fotos von Häftlingen machen. Entgegen den Anordnungen der Lagerleitung versucht Wilhelm Brasse ihnen Respekt und Mitgefühl zu zeigen und retuschiert oft aufwendig die Porträts. Zugleich versucht er sich mit seiner Arbeit, die ihm gewisse Privilegien verschafft, von dem Grauen ringsum abzuschotten. Vergeblich, denn bald muss er auch die barbarischen Versuche der Lagerärzte an Zwillingen und Frauen dokumentieren. Er schmuggelt Fotos hinaus und hat am Ende nur noch ein Ziel: die Vernichtung dieser Aufnahmen durch die fluchtbereiten SS-Männer zu verhindern.

Dieses Buch erzählt erstmals ausführlich Wilhelm Brasses Geschichte – die Geschichte eines Mannes, der überleben wollte, ohne sich gänzlich dem Terror anzupassen.



Da es mir unmöglich erscheint, eine übliche Rezension zu einem Buch mit dieser Thematik zu schreiben, möchte ich mich ausnahmsweise auf eine simple Buchempfehlung beschränken.
Wie jedes Buch zum Thema "3. Reich", das ich bisher gelesen habe, geht auch dieses Buch unter die Haut. Das Grauen ist einfach unvorstellbar und wird einem auf eindringlichste Weise durch die Bilder von Wilhelm Brasse nahe gebracht.
 Gerade ganz aktuell ist wieder wichtiger denn je, sich mit dieser Zeit zu beschäftigen, mit den Schicksalen der Menschen, mit den verübten Greueltaten, damit wir jetzt alles dafür tun, dass so etwas nie wieder passiert.

Etwas anderes als 5 Sterne kann ich gar nicht vergeben.

Nachtrag vom 5. Mai 2015
https://astrolibrium.wordpress.com/2014/10/29/czeslawa-kwoka-ein-aufruf-gegen-das-vergessen/



Kommentare:

  1. Oh, das klingt interessant. Und auch grauenhaft, ich finde solche Schicksale immer gleichzeitig beeindruckend und schrecklich, weil ich mir vorstelle, wie sehr es die Menschen zusätzlich traumatisiert haben muss, dass sie - wie zufällig - überleben "durften", während alle anderen umgebracht wurden.

    Hast du eigentlich schon ein Leserlieblingsbuch gelesen?

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  2. Oh, das klingt interessant. Und auch grauenhaft, ich finde solche Schicksale immer gleichzeitig beeindruckend und schrecklich, weil ich mir vorstelle, wie sehr es die Menschen zusätzlich traumatisiert haben muss, dass sie - wie zufällig - überleben "durften", während alle anderen umgebracht wurden.

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    1. Kam mein Kommentar jetzt grad nicht als Antwort, oder??? Bin etwas verwirrt...

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  3. Ich finde es so unendlich wichtig, dass man sich diesem schrecklichen Thema nie verschließt und so viel wie möglich darüber erfährt - so viel, wie man eben ertragen kann. "Schindlers Liste" werde ich zB. nie wieder anschauen, denn das verkrafte ich nicht :-(

    Von den Lieblingsbüchern lese ich momentan "Wer die Nachtigall stört", bin aber erst gut über der Hälfte... Dschungelcamp hält ich im Bett vom Lesen ab *gg*

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  4. Ich hab deinen Kommentar trotzdem gesehen und stimme dir volllumfänglich zu.

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  5. Test :)
    und Dir ein schönes Wochenende wünsche :)
    LG Ela

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  6. Hallo Kristine,

    dieses Buch werde ich mir auf alle Fälle mal genauer anschauen. Ich interessiere mich für den Nationalsozialismus, aber dieses Buch kenne ich noch nicht.

    Drücker Doro

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