Rezension Ein Jahr in der Schweiz

Erscheinungsdatum: 16. September 2014
Verlag: Herder
192 Seiten
12,99€

Wer nichts wagt, der gewinnt nichts. Frisch verheiratet beschließen Caroline Rzehak und ihr Mann, in die Schweiz zu ziehen. Ihn erwartet ein verlockendes Jobangebot. Und sie, sie wird sicher auch bald etwas finden. Glaubt sie.
Was folgt, ist eine Berg- und Talfahrt, nicht nur durch die Schweizer Alpen, sondern auch durch die Gebirgsmassive des Schwiizerdüütsch, die Schluchten der Arbeitssuche und die verwirrenden Pfade ungeschriebener Regelwerke zur Benutzung der Waschmaschine. Ein Jahr in der Schweiz - besser als jede Schokolade.

Hm, also ich weiß nicht, aber dieses Auslandsjahr fand ich schrecklich langweilig. Nicht, dass Caroline Rzehak einen schlecht zu lesenden Schreibstil hätte, denn LESEN ließ sich das Buch flüssig. Aber leider hat sie viel zu viele für mich absolut uninteressante Informationen in ihr "Jahr in der Schweiz" gepackt. Zuviel Geschichtliches, zuviel Politisches, zuviel Steuerliches:
"Wenn ein "lediger Kleinverdiener" ein Bruttogehalt von 50000 Franken verdient, bezahlte er 2012 in Zug gerade mal 1551 Franken an Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern, was 3,1 Prozent des Einkommens entspricht. Fast vier Mal mehr, also über 11 Prozent müsse sein Pendant in Neuenburg abliefern..."
Bitte??? Was hat sowas denn in einem Unterhaltungsbuch zu suchen?
Ein weiteres Beispiel an unsagbarer Langeweile findet man weiter hinten auf Seite 147, wenn der Leser in die schweizer Art der Müllentsorgung und deren Gebühren eingeführt wird.

Natürlich ist es schwer, ein ganzes Buch zu füllen mit einem Jahr, in dem einen nicht allzuviel Berichtenswertes passiert ist.

Ein weiterer Minuspunkt sind die vielen mundartlich geschriebenen wörtlichen Reden, ich lese schon ungern Geschriebenes in Baierisch, aber in Schwyzerdütsch ist es noch ungleich unangenehmer.

Positiv ist, dass man wirklich einen umfassenden Eindruck von der Schweiz bekommt, denn Caroline Rzehak unternimmt zusammen mit ihrem Mann viele Ausflüge in die verschiedenen Kantone und lässt uns daran teilhaben. So erfährt man, dass selbst innerhalb dieses kleinen Landes enorme regionale Unterschiede bestehen in Lebensart und Sprache.

Letztendlich muss ich aber leider sagen, dass dies eines der schwächeren Bücher dieser sonst so wunderbaren Reihe ist.

So kann ich gerade noch 3 Sterne vergeben.



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