Rezension Sie werden lachen. Mein Mann ist tot

Erscheinungsdatum: 9. März 2015
Verlag: KNAUS
304 Seiten
19,99€

Ein Mann stirbt, plötzlich und unerwartet, stürzt an einem Ostersonntag vom Fahrrad und die Welt endet.
Petra Mikutta erzählt diese Geschichte von ihrer Liebe und ihrem Verlust auf einzigartige Weise. In einem Buch, das keiner, der es gelesen hat, vergessen wird: Denn der jederzeit mögliche Tod und alles Schmerzliche, das die Autorin beschreibt, wird überstrahlt vom hellen, schönen Leuchten unserer Verbindungen zu denen, die wir lieben.

"Aber hätte ich die Wahl, ihn nicht gekannt zu haben und darum auch nicht zu leiden, ich würde mich, ohne zu zögern, sofort wieder für ihn entscheiden." (S. 19)

Schon lange nicht mehr habe ich ein so trauriges Buch gelesen, ein Buch, in dem aus jedem einzelnen Wort zu viel Schmerz klingt. Aber auch ein Buch, das zeigt, wie das Leben trotz dieses unmenschlichen Verlusts weiter gehen kann und wird. Dass es auch wieder Sonnenseiten geben wird.
Petra Mikutta erzählt von ihrem Jahr nach dem Tod ihres Mannes so intensiv, dass man ihren Schmerz fast selbst körpelich spürt, ebenso ihre Verzweiflung und ihre Wut.
Man begleitet sie durch die allererste Zeit nach dem tragischen Unglück und ist dabei, wenn sie langsam wieder "ins Leben zurück kehrt", sich sogar wieder verliebt.
Der tolle Schreibstil zwingt einen dazu, das Buch aufmerksam zu lesen, es wäre auch schändlich, es einfach so nebenher wegzulesen.

"Das Akzeptieren ist das Gegenteil von Resignation, es ist ein aktives Sichausliefern an das Leben, an seine Ideen und Pläne. Selbst wenn ich sie nicht verstehe, lasse ich mich darauf ein und gebe mein Bestes." (S. 265)

Fazit:
"Sie werden lachen. Mein Mann ist tot" ist ein wunderbares, schmerzvolles und gleichzeitig auch mutmachendes Buch. Keine leichte Kost. Aber gerade deswegen lesenswert.

4 Sterne

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