Rezension Wenn du jetzt bei mir wärst

Erscheinungsdatum:9. Februar 2015
Verlag: cbj
224 Seiten
16,99€

Längst ist das lebenslustige jüdische Mädchen, das sich zwei Jahre lang in der Prinsengracht zu Amsterdam vor den Nazis verstecken konnte und dort Tagebuch führte, zu einer Ikone erstarrt und geistert als Lernstoff durch die Klassenzimmer Deutschlands.
Waldtraut Lewin wagt es, das Denkmal von seinem Sockel und Anne in unsere Welt zu holen, um sie besser kennenzulernen. Bei ihrer fiktiven Begegnung lässt sie Anne staunen über das, was sich in den siebzig Jahren seit ihrem Tod verändert hat. Und erzählt ihr vom Staat Israel oder vom neuen Deutschland, in dem Juden leben dürfen und Menschen gegen Rechtsradikalismus auf die Straße gehen. Zusammen wagen sie den Blick von heute auf das Gestern und das Morgen.

Lange nach dem Lesen beschäftigt mich dieses kleine Buch immer noch. Obwohl die Geschichte nicht spektakulär erzählt wird, hallt sie immer noch nach.
Beispielhaft für die Millionen von ausgelöschten Leben steht Anne Franks "Chance", wieder am heutigen Leben teilnehmen zu können. Und das ist für mich so unsagbar traurig, wenn einem so bewusst wird, was so vielen Menschen genommen wurde.
Ich finde zwar, dass die Geschichte etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt, aber dennoch ist Waltraut Lewins Roman ein wichtiges Buch, v.a. für Jugendliche.  Denn gerade in Zeiten, in denen rechtsradikale Parolen immer lauter werden und Pegida so eine Zustimmung erfährt, ist es absolut unumgänglich, sich mit der Thematik zu beschäftigen und Jugendlichen nahe zu bringen.
Nur Aufklärung und Wissen kann Vorbeugen.

4 Sterne

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