Rezension Bis ans Ende der Geschichte



Erscheinungsdatum: 31. August 2015
Verlag: C. Bertelsmann
560 Seiten
19,99€

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil.
Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

 Mein erster Roman von Jodi Picoult hat mich gefesselt und nicht mehr losgelassen.
Der eigentliche Erzählstrang, die Geschichte von Sage und Josef, wird ergänzt durch zwei, eigentlich sogar drei weitere Erzählstränge. So berichtet Josef von seinem Leben während des Dritten Reichs und auch Sages Großmutter Minka blickt auf ihre unfassbaren Erlebnisse während dieser Zeit zurück. Immer wieder eingeschoben ist eine weitere fortlaufende Geschichte, von der ich aber nicht weiter erzählen mag, da sonst vielleicht zuviel vorweg genommen wird.
Der Schreibstil von Jodi Picoult hat mir sehr gefallen, flüssig, anschaulich, ehrlich und nie übertrieben. Die Seiten flogen nur so vorbei und ich war stets in der Geschichte drin, war dabei, wobei das nicht immer angenehm war.

Aber solche Bücher sind so wichtig, die Greuel der Nazizeit dürfen nie in Vergessenheit geraten, wir müssen uns aauch heute immer wieder bewusst machen, dass es wieder passieren kann, wenn wir es zulassen, wenn wir leise bleiben und nicht den Mund aufmachen - momentan vielleicht wichtiger denn je.

Zwei Zitate aus dem Buch möchte ich unbedingt dalassen, als Anregung zum Nachdenken:

"Bei der Hitlerjugend wurde mir die richtige Antwort gesagt, und solange ich sie wie ein Papagei wiederholte, hielt man mich für ein Genie."

"Es könnte auch Ihnen so ergehen.  Sie denken: niemals. Sie denken: ich nicht. Aber wir sind in jedem Moment dazu in der Lage, etwas zu tun, womit wir am wenigsten gerechnet hätten."

5 Sterne
vergebe ich für dieses spannende, verstörende, grausame, wunderbare und beeindruckende Buch.

Kommentare:

  1. sehr schöner Blog :-) bringst die Geschichten auf den Punkt und hälst trotzdem deine emotional Fassung *Daumen hoch

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  2. Die Geschichten haben Leben und sind sehr ansprechend :) Das passt auch gerade zum Thema in meinem Unterricht in der Schule, da wir da gerade Politik haben und dieses Thema immernoch hochaktuell ist :) *Daumen hoch dafür :)

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