Rezension DIE WAHRHEIT

Erscheinungsdatum: 29. August 2016
Verlag: btb
448 Seiten
16€

Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist.
Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …

Diese Rezension mag und kann ich nicht schreiben, ohne auf Spoiler zu verzichten.
Darum sage ich zuerst, dass ich den neuen Roman von Melanie Raabe so was von weiter empfehlen kann. In nur zwei Tagen habe ich das Buch nahezu inhaliert, ihr eigener Schreibstil trifft zu 100% meinen Geschmack, ich konnte und wollte "DIE WAHRHEIT" einfach nicht aus der Hand legen.
Einen halben Stern habe ich dennoch abgezogen, weil die Auflösung doch ein paar Fragen in mir auslöste, die ich immer noch nicht zufriedenstellend beantworten konnte.

Deklariert wird Melanie Raabes Roman als Thriller. Dem kann ich nur bedingt zustimmen, denn ein Thriller im herkömmlichen Sinn ist "DIE WAHRHEIT" nicht. Und trotzdem spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Anfangs lernen wir Sarah kennen, deren Mann Philipp vor sieben Jahren bei einer Geschäftsreise spulos verschwand. Wir erleben in Rückblicken zauberhafte Momente der beiden und gleichzeitig in der Jetzt-Zeit, wie für Sarah ein neuer Abschnitt (im wahrsten Sinne) beginnt.
Just in diesem Augenblick kommt die Nachricht, dass ihr Mann gefunden wurde und zurück kommt.
Sarahs Reaktion, als er aus dem Flugzeug steigt: Das ist nicht mein Mann, das ist ein Fremder.

Der große Teil des Buches dreht sich um die Frage, wer der Fremde ist, was er will. Verschiedene Spuren werden gelegt

Ab hier nun bitte nicht mehr weiter lesen, wer auf Spoiler verzichten will!

Vom Ende her betrachtet ist dieser spannende Roman eigentlich eine wunderschöne Liebesgeschichte, in der die Frau den Verlust ihres Mannes nur verarbeiten und verkraften kann, in dem sie sich so verschließt, dass sie ihren eigenen Mann nicht mehr erkennt, weil sie Angst hat, nicht mehr geliebt zu werden und nicht mehr zu lieben. Romantisch, oder?
Allerdings kann ich einfach nicht glauben, dass dies realistisch ist. Und auch, wenn Philipp zuerst rausfinden wollte, wer hinter seiner Entführung steckte - tut man das seiner Ehefrau wirklich an?

Hier würde ich zu gerne Melanie Raabe selbst fragen, zum ersten Mal habe ich das Bedürfnis, mit der Autorin über das Buch zu sprechen, mehr zu erfahren.

Fazit:
Ich liebe, liebe, liebe die beiden Bücher von Melanie Raabe, finde ihren Scheibstil ganz außergewöhnlich und wunderbar und werde JEDES ihrer Bücher lesen, die - hoffentlich in großer Zahl - noch kommen werden.

4,5 Sterne



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