Rezension Einfach ehrlich essen



Erscheinungsdatum: 28. Juni 2017
Verlag: Hirzel
168 Seiten
19,80€

Die Natur hat das System von Hunger und Sättigung dazu geschaffen, uns gut zu versorgen. Der Geschmack spielt dabei eine Schlüsselrolle. Er kann uns den Weg weisen zu den Nährstoffen, unser Appetit kann uns zeigen, welche Lebensmittel gut für uns sind. Doch trotz all der Diskussionen um die richtige Ernährung, trotz Ratgebern, Ernährungs-Apps und -beratern kämpfen wir mit Unsicherheit und Übergewicht. Dabei spüren wir doch eigentlich, was wir brauchen und was nicht! Warum hören wir nicht darauf? Was uns davon abhält, lesen Sie in diesem Buch. Maike Ehrlichmann plädiert für das selbstbestimmte Essen und stellt die Frage, ob wir uns überhaupt sagen lassen sollten, was wir essen.

LowCarb - HighFat - HighCarb - LowFat - Trennkost - Dukan - SiS - WW - LliD - Paleo - vegan - wer einen oder mehrere dieser Begriffe kennt, der hat sich zumindest einmal in seinem Leben mit dem Thema Ernährung und Abnehmen beschäftigt. 
Einfach essen, worauf man Appetit hat? Um Gottes willen, das geht doch nicht!!! In regelmäßigen Abständen kommt ein neuer Trend, der die ultimative Erleuchtung verspricht, was DIE EINE Ernährungsweise bestrifft, um ein gesundes, fittes, langes Leben führen zu können.
Nun, letztendlich folgt eigentlich ein völlig verkrampftes, unentspanntes Verhältnis zum Essen, das vielleicht satt, aber keinen Spaß macht, keinen wirklichen Genuss mehr bringt.

Maike Ehrlichmann hilft uns nun mit ihrem Buch "Einfach ehrlich essen - Warum wir uns auf unseren Appetit verlassen sollten", diese Dogmen hinter uns zu lassen. "Intuitiv Essen" lautet das Motto, dabei meint sie nicht, dass "alles egal" ist. Besonders interessant fand ich dabei das Kapitel "Signalstörer". Vielen Störfaktoren kann man mehr oder weniger leicht aus dem Weg gehen, anderen ist man manchmal einfach ausgeliefert, z.B. Stress.

Dieser Ratgeber gibt kein Programm vor, keine Regeln, keine guten oder bösen Lebensmittel. Es regt an, sein eigenes Essverhalten zu überdenken und wieder mehr auf seinen Körper, seinen Bauch zu hören. Von der Aufmachung her eher ein Buch zum "Durcharbeiten", mich erinnerte es an ein Studienbuch. Zum Lesen ist es aber Gott sei Dank flüssig und durchwegs interessant.

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